Albert Hardenberg


Der niederländische Theologe Albert Hardenberg, mit vollem Namen Albert Ritzaeus Hardenberg, wurde um 1510 im niederländischen Hardenberg geboren. Nach eigenen Aussagen besaß seine Familie zwar Ansehen und verfügte sogar über verwandtschaftliche Beziehungen zu Papst Hadrian VI., war jedoch durch Kriege und Unglücke verarmt. 1527 trat Hardenberg als Mönch in das Zisterzienserkloster Aduard bei Groningen ein, das unter Leitung des Abts Johannes Reekamp, einem Verwandten Hardenbergs, stand.

Seine Erziehung und Ausbildung verlief daher im humanistischen Klima und schon früh las er reformhumanistische Schriften. Auf Anregung des Herzogs von Gelre nahm er um 1530 an der anti-reformatorischen Universität Löwen ein Theologiestudium auf. Hier hielt er auch Vorlesungen und Predigten, die ihm eine große Zuhörerschaft eintrugen. Nach dem Tod des Herzogs von Gelre beschloss Hardenberg, nach Italien zu gehen. Auf der Reise erkrankte er jedoch und zog sich nach Mainz zurück, wo ihm die Doktorwürde verliehen wurde.

In Frankfurt lernte er Johannes a Lasco kennen, dem er nach Löwen folgte. Dies geschah auch in der Annahme, dass er durch seinen neuen Titel nun mehr Freiheiten in der reformistischen Diskussion besaß. Dennoch wurde wegen Ketzerei angeklagt, entging jedoch durch die große Unterstützung der Bürgerschaft einer harten Strafe. Der Prozess hatte lediglich die Verbrennung seiner Schriften und die Ausweisung zur Folge. Die anschließenden Jahre waren geprägt durch seine Wanderschaft unter anderem nach Köln, Wittenberg, Straßburg und Basel. Während dieser Wanderjahre verstärkten sich seine reformatorischen Ideen.

Als Feldprediger war er ab 1546 in die Befreiung Bremens eingebunden und übernahm ab 1547 die Position des ersten evangelischen Dompredigers. Die Folgejahre prägte der Streit um die unterschiedliche Abendmahlsauffassung, der schließlich darin gipfelte, dass der König Christian III. von Dänemark die Entlassung Hardenbergs aus dem Domkapitel bestimmte. Der dogmatische Streit endete, indem Hardenberg Bremen verließ und in das Kloster Rastede ging. Hier verbrachte er fünf Jahre im Exil.

Ab dem Jahr 1567 fungierte er als Erster Prediger in Emden. Den Vorsitz der ostfriesischen Predigerversammlung übte er bis zu seinem Tod aus. Hardenberg erlag 1574 der Pest.
Der Theologe bleibt der Nachwelt vor allem mit seinen reformatorischen Ideen und ihrer Verbreitung sowie durch seine bis heute erhaltene Privatbibliothek im Gedächtnis.


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