David Fabricius


Der Theologe, Kartograf und Astronom David Fabricius wurde am 9. März 1564 in Esens in Ostfriesland als Sohn eines Schmiedes geboren. Über die Anfangszeit dieses später so bedeutenden Mannes wissen wir nur, dass er Lateinschulen besuchte und nach Abschluss seiner schulischen Laufbahn Theologie studierte. Danach trat er eine Stelle als evangelischer Pastor in Resterhafe bei Dornum an.

Will man den eigenen Worten dieser Persönlichkeit Glauben schenken, so soll ihn Heinrich Lampadius in Braunschweig in die Mathematik und Astronomie eingeführt haben. So nimmt es kein Wunder, dass sich David Fabricius während seiner Tätigkeit als evangelischer Seelsorger vertieft mit der Astronomie beschäftigte. Dass er auf diesem Gebiet als Fachmann anerkannt wurde, zeigt sein Briefwechsel mit den Geistesgrößen seiner Zeit, nämlich unter anderem mit Tycho Brahe und Johannes Kepler. Insbesondere der umfangreiche Schriftwechsel mit Letzerem zeugt von der wissenschaftlichen Kompetenz dieses Mannes, ging doch der Briefwechsel zwischen Kepler und Fabricius in erster Linie um den Planeten Mars. So erscheint es zwangsläufig, dass seine ständige Beschäftigung mit den Gestirnen im August 1596 zu einer bedeutsamen Entdeckung führte. Im Sternbild Walfisch entdeckte er als Erster einen Stern mit regelmäßig schwankender Sichtbarkeit, nämlich den Stern Omikron Ceti. Somit gilt er als Entdecker der besonderen Klasse der so genannten Veränderlichen Sternen. Auf Grund der schwankenden Sichtbarkeit nannte er den Stern Mira, d. h. die Wundersame. Diese Namensgebung ging letztendlich in die astronomische Wissenschaft ein, indem die Bezeichnung Mira zum Namensgeber einer Klasse von langperiodischen veränderlichen Sternen wurde.

Fabricus gelang im Jahre 1611 mit seinem ältesten Sohn Johannes die Entdeckung dunkler Sonnenflecken. An Hand der Bewegungen dieser Flecken in der Nähe der Sonnenscheibe zog er Rückschlüsse auf deren Rotationsdauer. David Fabricius gilt als der erste Astronom, der über diese Flecken eine wissenschaftliche Abhandlung verfasste.

Aber sein Wirken ging über die Astronomie hinaus. 1589 veröffentlichte er als Kartograf unter dem Titel “Nie und warhafftige Beschrivinge des Ostfreslandes” die erste Landkarte über diese Region. Als Metereologe tätigte er schriftlich fixierte Wetterbeobachtungen und erstellte für die Jahre 1615 bis 1618 Voraussagen über die Entwicklung von Klima und Wetter.

Während dieser Schaffensperiode vernachlässigte David Fabricius keineswegs sein Amt als Pastor. 1603 wurde er nach Osteel versetzt. Dort fand sein Leben am 7. Mai 1617 ein gewaltsames Ende. Dem voraus soll eine Predigt gegangen sein, in der er vorgab, einen Gänse- und Hühnerdieb zu kennen, dessen Namen er aber nicht preisgeben wolle. In den Abendstunden des 7. Mai 1617 wurde er auf einem Spaziergang von einem Bauern names Frerik Hoyer mit einem Torfspaten erschlagen. Frerik Hoyer war der mutmaßliche in der Predigt erwähnte Dieb.

Heute erinnert ein Gedenkstein an der Kirche von Resterhafe an das Wirken von David Fabricius.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.