Johann Gottfried Seume


Johann Gottfried Seume wurde am 29. Januar 1763 in Poserna geboren und verstarb am 13. Juni 1810. Er ist als deutscher Schriftsteller und Dichter bekannt.

Als Sohn eines Landwirts und einer Bauerstochter, besuchte er in jungen Jahren eine Dorf- und Lateinschule. Ab 1780 studierte er an der Universität Leipzig Theologie.

Als Seume sich 1781 auf dem Weg nach Paris befand, wurde er von Soldatenwerbern ergriffen, die ihn zum Dienst in der Armee zwangen. Daraufhin wurde er vom Landgrafen von Hessen-Kassel an England verkauft, um im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg zu dienen.
Nach einer wochenlangen Überfahrt erreichte Seume im Sommer 1782 Halifax in Kanada, doch es fanden keinerlei Kampfhandlungen mehr statt. Er schloss dort Freundschaft mit dem Offizier Karl von Münchhausen. Seine Eindrücke inspirierten ihn später zu dem Gedicht “der Wilde”.
Ein Jahr später wurde Seume wieder nach Bremen überbracht und nach einem unglücklichen Fluchtversuch nach Emden. Dort diente er 4 Jahre als Musketier.
Zwei missglückte Fluchtversuche später, entging er nur knapp der Todesstrafe. Durch Vermittlung von Oberst Réne de l’Homme de Courbière, ließ sich diese in eine Kerkerstrafe abwandeln.

Nach seiner Freilassung studierte er bis 1792 Jura, Philosophie, Philologie sowie Geschichte in Leipzig. Sein Studium beendete der mit der Habitation und arbeitete als Hofmeister eines Grafen, woraufhin er bald eine Anstellung als Sekretär bei dessen Bruder, dem russischen General von Igelström bekam.
Das bot ihm das Erlebnis die Niederwerfung des polnischen Aufstands auf Seiten der Russen mitzuerleben.
Zeit seines Lebens behielt er das große Interesse an militärischen Fragen. In seinen Reiseschriften thematisierte er immer wieder, wie viele Soldaten man zur Verteidigung oder Eroberung der jeweiligen Städte benötigte.
Ab 1797 arbeitete Seume als Korrektor in Grimme bei seinem Freund Georg Joachim Göschen, einem Verleger. Gemeinsam mit Münchhausen veröffentlichte er auch in diesem Jahr den Gedichtband “Rückerinnerungen”

1801 unternahm er zwei große Wanderungen in weite Teile Europas, wie Syrakus, Russland, Finnland sowie Schweden.
Die Eindrücke, die er auf seinen Reisen gewann, schrieb er mit speziellem Augenmerk auf soziale, ökonomische und politische Verhältnisse in den jeweiligen Ländern.
Er gilt als kulturhistorischer Reiseschriftsteller, der pedantisch und nüchtern über die Verhältnisse in fremden Ländern aufklärte.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.