Johannes a Lasco


Johannes a ­Lasco zählt heute zu den bedeutsamsten Reformatoren und Theologen seiner Zeit. Er war Anhänger der schweizerischen Reformation und reformierte u.a. das ostfriesische und englische Kirchenwesen. Er ist zudem der Begründer des „­Coetus der reformierten Prediger in Ostfriesland“ und Autor von „­Defensio adversus Mennonem Simonis“. Bekannt ist er heute auch durch die, nach ihm benannte, Johannes a ­Lasco Bibliothek in Emden.

Er wird 1499 in der Nähe von Warschau in eine hochadlige Familie geboren. Seinen ersten Kontakt mit der Kirche bekommt er durch seinen Onkel Jan, dem Erzbischof von Gnesen. Mit ihm reist a ­Lasco erstmals nach Rom, wo er von 1513-1514 studiert.

Danach nimmt er noch weitere Studien auf, u.a. in Bologna und Padua. Rund 1519 kehrt er nach Polen zurück, wo er 1521 die Priesterweihe erhält. Neben seiner kirchlichen Laufbahn ist er zudem königlicher Sekretär und bricht immer wieder zu diplomatischen Reisen auf. Hier trifft er u.a. in Basel auf Erasmus von Rotterdam und wird sich danach zu einem seiner Lieblingsschüler entwickeln. Von 1525-1526 wird a ­Lasco dadurch einen starken Einfluss auf die polnische ­Erasmus-Rezeption haben.

Später trifft er auf Philip Melanchthon und auf dessen Schüler Albert ­Ritzaeus Hardenberg. Durch Hardenberg kommt a ­Lasco nach ­Flämen, wo er Anfang 1540 die Flämin Barbara heiratet und dadurch öffentlich mit dem Priesterzölibat bricht. Auf der Flucht von der Inquisition landet er 1540 in Ostfriesland, wo er 1542, nach dem endgültigen Bruch mit der polnischen Kirche, das Amt des Superintendenten übernimmt. Er siedelt nach Emden um und wird sich 1546 im ehemaligen Kloster ­Abbingwehr niederlassen.

Nach den ­Schmalkaldischen Krieg verliert a ­Lasco seinen Posten und reist 1549, auf Wunsch von Thomas ­Cranmer, den Erzbischof von Canterbury, nach London, wo er Leiter einer protestantischen Flüchtlingsgemeinde wird. Als das Land, unter Maria, rekatholisiert wird, flieht er 1553 und findet erneut Asyl in Emden. Allerdings verlässt er es 1555, nachdem neue Kontroversen um seine Arbeit aufkommen. Nach einem kurzen Aufenthalt in Frankfurt darf er 1557 wieder nach Polen einreisen, was unter König ­Zygmunt II an protestantischen Boden gewonnen hat. Dort versucht a Lasco die unterschiedlichen reformatorischen Strömungen in seinem Land zu vereinen und den polnischen Adel zu reformieren.

In ­Pinczów stirbt Johannes a ­Lasco, nach einer langen Krankheit, am 8.Januar 1560.


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