Max Windmüller


Max Windmüller kam am 7. Februar 1920 im ostfriesischen Emden in einer deutsch-jüdischen Familie zur Welt. Bis zur Machtergreifung der Nazis im Jahre 1933 besuchte er die jüdische Volksschule seiner Stadt. Max’ Vater, einem Schlachter, wurde die Arbeitslizenz entzogen; da sich zudem die Lage für die Juden zusehends verschlechterte, flüchtete die siebenköpfige Familie ins niederländische Exil. Zu dem Zeitpunkt war Max gerade einmal 13 Jahre alt.

Prägend war seine Zeit im holländischen Groningen, wo er gemeinsam mit seinem Bruder Isaak aktives Mitglied einer Gruppe wurde, die die Ausreise von jungen Menschen in das Heilige Land organisierte. Windmüller selbst war im Begriff auszureisen, als man ihn dazu überredete, im Untergrund tätig zu werden. In den Niederlanden, wo ab 1938 die Lage für die Juden mehr als kritisch wurde, schloss er sich der Widerstandsgruppe um den Pazifisten Joop Westerweel an. In Tarnung konnte sich Windmüller zunächst ohne Judenstern frei bewegen; er nahm den Decknamen Cornelius Andringa (kurz: Cor) an.

Um die Juden ab 1942 vor der drohenden Deportation in das Sammellager Westerbork und schließlich vor den Konzentrations- und Vernichtungslagern zu bewahren, arbeiteten die Aktivisten der Westerweelgruppe unermüdlich. Sie waren vornehmlich mit der Erstellung von Ausweispapieren und mit der Koordination von Hilfmaßnahmen für die „Onderduikers“ beschäftigt. Die Beschaffung von sogenannten „Untertauch-Adressen“ rettete zunächst eine Anzahl von holländischen Juden vor den Nazis. Max Windmüller war maßgeblich an der Ausschleusung von Flüchtlingen über Frankreich nach Spanien beteiligt. In Paris wurde unter anderem auch Windmüller an die Gestapo verraten und festgenommen. Vom französischen Sammellager Drancy aus kam er mit dem letzten Gefangenentransport ins KZ Buchenwald, wo er am 25. August 1944 als „staatenloser Jude“ und politischer Häftling registriert wurde.

In den letzten Tagen des Krieges organisierten die Nationalsozialisten die Todesmärsche, mit dem Ziel der Vernichtung einer möglichst großen Anzahl von KZ-Insassen. Kurz vor Kriegsende, die amerikanische Armee rückte bereits vor, fand auch vom KZ Buchenwald aus ein solcher Todesmarsch in Richtung Dachau statt. Max Windmüller, der zu diesem Zeitpunkt bereits schwer krank und entkräftigt war, starb am 21.04.1945 – er wurde erschossen, als er aus einer Pfütze Wasser zu trinken versuchte.


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