Moritz Neumark


Moritz Neumark wurde am 2. Juni 1866 in Wittmund geboren und starb im Februar 1943 im Konzentrationslager Theresienstadt.
Neumark war von jüdischer Herkunft. Seine Eltern Julchen Levy und Philip Abraham Neumark führten ein Manufakturwarengeschäft im ostfriesischen Wittmund. Moritz Neumark hatte neun Geschwister.

Nach dem Besuch einer Realschule in Oldenburg studierte Neumark in Berlin und Dresden Hüttenwesen und in Jena zudem Chemie. Als er das Studium abgeschlossen hatte, unternahm er eine Studienreise durch verschiedene Länder und arbeitete eine Zeit lang in Oberschlesien. Im Dezember 1905 bildete Neumark gemeinsam mit Carl Schlömer den Vorstand der neu gegründeten Hochofenwerk Lübeck AG. Im Jahre 1906 wurde mit dem Bau des ersten Hochofens begonnen und im selben Jahr wurde Moritz Neumark alleiniger Vorstand der AG. Das Unternehmen entwickelte sich unter seiner Leitung so schnell, dass die “Zeitschrift des Vereins deutscher Ingenieure” sein Schaffen lobte. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs hatte das Hochofenwerk fast 1000 Beschäftigte. Die Anzahl nahm zwar während des Kriegs wieder ab, doch bereits kurz nach Kriegsende standen wieder 1400 Mitarbeiter in Lohn und Brot. Die Weltwirtschaftskrise führte Anfang der 1930er Jahre allerdings zu einer Massenentlassung und es blieben lediglich 300 bis 400 Mitarbeiter im Hochofenwerk.

Neumark war auch politisch tätig. In Lübeck war er Bürgerschaftsmitglied und setzte sich besonders für Kunst, Kultur und für bessere Lebens- und Wohnbedingungen der Bevölkerung ein. Er ließ auch Siedlungen für seine Beschäftigten erbauen und lebte gemeinsam mit seiner Familie etwas abseits in einer Direktorenvilla.

Ab dem Jahr 1906 war Neumark Mitglied und auch späterer Vorstand des Lübecker Industrievereins. 1933 trat der komplette Vorstand des Industrievereins, und somit auch Moritz Neumark, von seinem Amt zurück.

Bis zum Jahr 1934 war Moritz Neumark Generaldirektor des Hochofenwerks, legte sein Amt dann jedoch nieder und zog gemeinsam mit seiner Frau nach Berlin-Grunewald. Im Jahr 1942 wurde das Ehepaar in das KZ Theresienstadt deportiert. Neumark starb dort am 25. Februar 1943.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.