Otto von Bismark


Der Politiker Otto von Bismarck wurde am 1.April 1815 in Schönhausen (Altmark) geboren. Er war das vierte von insgesamt sechs Kindern der Eheleute Ferdinand und Wilhelmine Luise von Bismarck, geb. Mencken.
1821 wird er in der Plamannschen Lehranstalt in Berlin eingeschult und macht 1832 sein Abitur im Gymnasium in Berlin. Im selben Jahr immatrikuliert er sich an der Universität Göttingen, wo er das Studium der Staats- und Rechtswissenschaften aufnimmt und im September 1833 wechselt er an die Universität Berlin. Bismarck legt sein erstes juristisches Examen 1835 ab und beginnt anschließend ein Referendariat am Stadtgericht in Berlin. 1836 wechselt er nach Aachen und wird dort Regierungsreferendar. 1838 beschließt er den Militärdienst für ein Jahr als Freiwilliger zu beginnen und bricht darum sein Referendariat in Potsdam ab.

Nachdem Bismarcks Mutter am 1.Januar 1839 stirbt, übernehmen er und sein Bruder Bernhard die Bewirtschaftung der Güter Kniephof, Külz und Jarchelin des Vaters, welche sich in Pommern befinden. 1844 bricht er die Ausbildung in Potsdam dann jedoch endgültig ab und entscheidet sich gegen die Beamtenlaufbahn. Sein erstes politisches Wirken beginnt er im Oktober 1845 als Abgeordneter im Provinziallandtag von Pommern. Am 22.November desselben Jahres stirbt Bismarcks Vater.

Als ein Abgeordneter erkrankt, übernimmt Bismarck am 8.Mai 1847 stellvertretend dessen Amt im ­Vereinigten Preußischen Landtag. Schon nach kürzester Zeit hat er aufgrund seiner Reden und Wortmeldungen den Ruf, ein Gegner des bürgerlichen Liberalismus zu sein. Aus der Ehe mit Johanna von Puttkamer, die am 28.Juli 1847 geschlossen wird, gehen die drei Kinder Marie (1848-1926), Herbert (1849-1904) und Wilhelm (1852-1901) hervor. 1848 wird er Mitbegründer der konservativen “Neuen Preußischen Zeitung”, die später nur noch “Kreuzzeitung” genannt wurde. Am 5.Februar 1849 steigt Bismarck in die Zweite Kammer des Preußischen Landtags auf und am 31.Januar 1850 wird er Abgeordneter des Erfurter Unionsparlaments.

1851 hat er zwei Ernennungen zu verzeichnen: Am 8.Mai wird er geheimer Legationsrat und Rat bei der preußischen Gesandtschaft am Bundestag in Frankfurt/Main und am 15.Juli preußischer Bundestagsgesandter in Frankfurt/Main.
In die 1. Kammer des preußischen Landtags steigt er am 21.November 1854, mit der Berufung ins preußische Herrenhaus auf. Für seine spätere Außenpolitik, kann er die Erfahrungen und Kontakte, die er von 1859 bis 1862 als preußischer Gesandter in St. Petersburg am russischen Hof sammelt, gut gebrauchen.
Am 8.Oktober 1862 wird Bismarck zum preußischen Ministerpräsidenten und gleichzeitig zum Minister des Auswärtigen ernannt. Als am 1.Februar 1864 der Deutsch-Dänische Krieg beginnt, ist Bismarck seinem Ziel, Schleswig und Holstein nach Preußen zu holen, ein gutes Stück näher. Um die preußische Vormachtstellung in Europa auszubauen, werden die sogenannten “Einigungskriege” 1864 gegen Dänemark, 1866 gegen Österreich und 1870/71 gegen Frankreich geführt.
Am 21.März 1871 wird Otto von Bismarck in den Fürstenstand erhoben und zum ersten Reichskanzler des Deutschen Reichs ernannt.

Die drei großen Sozialgesetze, die teilweise bis heute gültig sind, wurden von Bismarck zwischen 1883 und 1889 ins Leben gerufen: das Unfallversicherungsgesetz, das Krankenversicherungsgesetz und das Gesetz, welches die Invaliditäts- und Altersversicherung regelt.

Am 30.Juli 1898 stirbt Otto von Bismarck im Alter von 83 Jahren in Friedrichsruh bei Hamburg, wo er auch beigesetzt wird.


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