Ubbo Emmius


Der Gelehrte Ubbo Emmius erlangte bereits zu seinen Lebzeiten eine gewisse Berühmtheit. Er war Gründungsrektor der Universität zu Groningen, Pädagoge, Theologe und auch Historiker. Er setzte sich entschieden und leidenschaftlich für den Calvinismus als streitbarer Kämpfer und für die so genannte Friesische Freiheit ein. Als bedeutender Kartograph und Topograph entwickelte Ubbo Emmius eine Landesbeschreibung und im Jahre 1595 die Karte Typus Frisiae Orientalis, die unzählige Male kopiert, 200 Jahre gültig war und eine breite Öffentlichkeit erreicht hat. Ubbo Emmius wurde am 5. Dezember 1547 in Greetsiel geboren. Sein Vater war lutherischer Pastor. Über die Kindheit und Jugend von Ubbo Emmius ist nur wenig bekannt. Er besuchte die Lateinschule in Emden und später das Gymnasium in Bremen. Unter der Leitung des Philologen Johannes Molanus wurde dieses Gymnasium im ehemaligen Katharinenkloster eingerichtet.

Anschließend besuchte Emmius in dem Ort Norden die Lateinschule für zwei Jahre und es kann davon ausgegangen werden, dass dort durch seine intensive Begegnung mit dem Calvinismus der Grundstein für seinen weiteren Lebensweg gelegt wurde. Rektor an dieser Schule war zu jener Zeit der niederländische Kartograph und Glaubensflüchtling Johannes Florianus. Im Jahre 1570 begann Emmius das theologische Studium an der Universität Rostock, dort wurde er zum lutherischen Geistlichen ausgebildet. Aus familiären Gründen musste er drei Jahre später Rostock verlassen und nach Norden zurückkehren. Erst im Jahre 1576 nahm er sein Studium wieder auf.

Die Vorlesungen des Theodor Beza, der Nachfolger Calvins, hinterließen einen derart bleibenden Eindruck, dass Emmius schließlich zum calvinistisch reformierten Glauben konvertierte. Die Schriften des Ubbo Emmius hielten damalige Zeitgenossen, beispielsweise der gräfliche Kanzler Brenneysen, für derart gefährlich, dass er sie als Hetzschriften brandmarkte. Schliesslich wurden die Schriften unter den Augen der Öffentlichkeit auf dem Auricher Marktplatz verbrannt. Emmius, der sich schließlich gegen den Priesterberuf entschied, wurde sodann im Jahre 1579 Rektor an der Lateinschule in Norden, wo ihm aber mit der Begründung nicht lutherische Ansichten verbreitet zu haben, gekündigt wurde. Und dies, obwohl er bis dahin vortreffliche und erfolgreiche Arbeit geleistet hatte.

1614 wurde er der erste Rektor Magnificus der neuen Universität zu Groningen und lehrte dort als Professor für griechische Literatur und Geschichte. Immer fühlte sich Emmius einem analytischen und sehr präzisem Quellenstudium in seiner Arbeit als Historiker verpflichtet. Darüber hinaus machte sich Ubbo Emmius als hervorragender Kartograph und Topograph einen exzellenten Namen. Ubbo Emmius war zweimal verheiratet, insgesamt gingen vier Kinder aus diesen Ideen hervor. Ubbo Emmius starb 1625 hochbetagt in Groningen.


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