Ewiges Meer


Das Ewige Meer liegt mitten im Großen Moor in Eversberg zwischen den Landkreisen Aurich und Wittmund. Mit fast 90 ha Wasserfläche ist es der größte Hochmoorsee Deutschlands, direkt vor der Nordseeküste Ostfrieslands. Der See ist von verschiedenen Hochmoorstrukturen umringt in Spektren von Abtorfungsflächen bis hin zu wieder vernässten Gebieten oder Birkenbrachbereichen.
Seit 1939 steht das Ewige Meer mit dem Hochmoor unter Naturschutz, seitdem wurde nicht mehr entwässert und kein Torf mehr gestochen. Aber erst 1970 nahm man den Naturschutz ernster, es gab kein Baden und Schlittschuhlaufen mehr, das Jagen wurde untersagt. Das Hochmoor bekam die Chance, sich langsam zurückzuentwickeln.

In den 1980er Jahren wurde von Archäologen ein 1,80 Meter tief liegender Holzbohlenweg freigelegt, der vor ca. 2500 Jahren gebaut und durch das Moor konserviert wurde. Unglaublich, aber schon vor tausenden von Jahren gab es Verbindungswege zwischen den landwirtschaftlich wichtigen Gebieten, der ostfriesischen Küste und der Ems. Der südliche Teil des Ewigen Meers ist für Touristen gesperrt, im Norden auf einem ca. 1,8 km langen Rundgang, am besten zu allen Jahreszeiten einmal, kann man die ganz besondere Atmosphäre aufnehmen. Auf Lehrtafeln vermittelt der Lehrpfad auf Tafeln alles Wissenswerte.
Östlich vom Ewigen Meer wurde eine Schäferei errichtet, mit den gehörnten Weißen Heidschnucken ist die naturschutzgerechte Beweidung der Hochmoorfläche gewährleistet.

Flora und Fauna sind ohne das Hochmoor dem Aussterben geweiht und stehen unter strengstem Naturschutz. Im schwarzen, sehr sauren Wasser des Ewigen Meers gibt es viele Insektenarten, Käfer, Einzeller und Wasserflöhe. Die dort lebenden Lurche und Kriechtiere sind alle geschützt, die Mooreidechse ist das Maskottchen des Ewigen Meers. Das Wahrzeichen ist die Kreuzotter, eine der bedrohtesten Arten. Noch 1912 wurde eine Prämie für deren Tötung bezahlt, man sah es als Verbrechen an, dieses „gefährliche Reptil“ zu schützen. Im Sommer findet man hier wunderschöne Libellenarten. Seit einigen Jahren vermisst man leider den Kuckuck und das Birkhuhn.

Mit der Veränderung des Moores in den letzten Jahrzehnten hat sich auch die Flora verändert. Man findet hier den seltenen Sonnentau, eine fleischfressende Pflanze, und das orchideenartige Knabenkraut, das hier überleben kann, weil es nur auf völlig ungedüngtem Boden gedeiht. Es wachsen hier viele Heidearten, in den ehemaligen Torfstichen entwickeln sich wieder Torfmoose. In dem für Touristen unzugänglichen Süden entsteht langsam wieder ein Pflanzenwuchs wie zu Urzeiten. Im Norden dagegen gibt es mehr Baum- und Buschbestand, weil die Restmoorschicht schon zu gering ist, um sich wieder vollständig regenerieren zu können.

Ende des 18. Jahrhunderts begann die Besiedelung, das Moor wurde systematisch entwässert. Angebaut wurde zuerst Buchweizen, der „Weizen der armen Leute“, denn er gedeiht auf einfachem Sandboden, der Moorboden war durch die Besiedelung bald ausgelaugt. Der Torfabbau wurde intensiviert, durch die Einführung des Kunstdüngers eröffneten sich mehr Anbaumöglichkeiten. Das Hochmoor sollte bezwungen werden, man erahnte nicht einmal das Ausmaß des angerichteten Naturschadens.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.