Johannes a Lasco Bibliothek


Die Johannes a Lasco Bibliothek im ostfriesischen Emden ist benannt nach Johannes a Lasco, einem zwischen 1540 und 1556 in Emden lebenden und wirkenden Reformator. Die auf geisteswissenschaftliche und theologische Werke spezialisierte Bibliothek führt insbesondere Werke zur Theologie und Geschichte des reformatorischen Protestantismus sowie konfessionsgeschichtliche Abhandlungen der frühen Neuzeit. Hinzu kommen Werke und Dokumente zur ostfriesischen Landesgeschichte.

Die Bibliothek hat ihren Ursprung in der Büchersammlung der reformierten, protestantischen Kirchengemeinde Emden zurück und ist heute die älteste, mit ihrem Bestand erhaltene Bibliothek in Ostfriesland.

1559 von Gerhard tom Camp gegründet, befand sich die Bibliothek ab dem Jahre 1570 in den Räumlichkeiten der Großen Kirche. Ihren Bestand erweiterte die Bibliothek nicht vorrangig durch den Kauf neuer Werke, sondern hauptsächlich durch Legate und auch Schenkungen von Juristen, Historikern, Medizinern und Theologen. Von herausragender Bedeutung für die Bestandserweiterung waren Nachlässe und Sammlungen von lokalen Größen wie beispielsweise des Bürgermeisters Petrus Medman, der 1538 verstarb. Die Theologen Albert Hardenberg und Friedrich Salmuth trugen mit ihren Sammlungen ebenfalls maßgeblich zur Erweiterung des Bestandes bei.

Nicht nur im 16. und 17. Jahrhundert erfolgten Eingliederungen von Werken und Nachlässen in den Bestand, auch im 20. und 21. Jahrhunderten kam es immer wieder zu Neueingliederungen. Zu diesen Neueingliederungen zählen unter anderem der Bestand des ehemals königlichen Konsistoriums Aurich und die besonders mit zahlreichen alten Drucken ausgestattete Bibliothek des Landeshistorikers Professor Ritter.

Eine besonders wertvolle Sammlung wurde erst im Jahre 1993 übernommen: die Sammlung des Johann Philipp Janssen. Der Kaufmann hatte annähernd 2000 Werke, darunter wertvolle Drucke und 20 Inkunabeln, zusammengetragen.

Die öffentlich zugängliche Bibliothek umfasst heute annähernd 100.000 Bände. In diesem Gesamtbestand sind im sogenannten Altbestand 6.592 Titel enthalten. Der Altbestand bezeichnet Werke und Bände, die bis zum Jahr 1850 erschienen sind. Für den Zeitraum zwischen 1851 und 1900 sind ungefähr 10.000 Titel vorhanden.

Man schätzt, dass sich im Gesamtbestand etwa 3.400 Drucke aus dem 16. Jahrhundert, 3.200 aus dem 17. Jahrhundert und fast 2.000 aus dem 18. Jahrhundert befinden.

Besonders erwähnenswert ist neben dem ohnehin schon wertvollen und beeindruckenden Altbestand, dass die Bibliothek auch über Dokumente und Schriften des Erasmus von Rotterdam verfügt. (Zur a-Lasco-Bibliothek)


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