Kunsthalle Emden


Die Hafenstadt Emden in Ostfriesland ist jederzeit einen Besuch wert. Die Kunsthalle Emden zieht jedoch seit nunmehr 25 Jahren viele kunstbegeisterte Touristen an.

Der ehemalige Chefredakteur und Herausgeber des “Stern”, Henri Nannen, brachte sein privates Vermögen und seine umfangreiche Sammlung deutscher Expressionisten in dieses Museum ein. Die Kunsthalle öffnete 1986 ihre Pforten. Später wurde die Sammlung durch die Schenkung des Münchner Galeristen und Kunstsammlers Otto van de Loo erweitert.
Die Architektur des Gebäudes fügt sich mit seinem roten Backstein perfekt in das Stadtbild ein. Die ständigen Erweiterungen der Sammlung machten zahlreiche Umbauten notwendig, die dem ursprünglichen Stil des Hauses nicht schadeten.
Henri Nannen hat die Kunsthalle bewusst in seiner Heimatstadt Emden und nicht in Hamburg gebaut; denn er meinte zu Recht, dass sie einer eher kleinen Stadt Ostfrieslands an Attraktivität gewinnen würde. Mit einer Malschule für Kinder werden junge Menschen museumspädagogisch an Kunst herangeführt.

Mit vielen Sonderausstellungen, wie der legendären Edvard Munch- Präsentation oder der “Neuen Sachlichkeit”, ist die Kunsthalle Emden zu einer Größe in der darstellenden deutschen( und europäischen) Kunst geworden. Besonders Bilder und Skupturen des Expressionismus lassen den Besucher ehrfürchtig werden:

Im weißen Ambiente der Innenräume stechen die Aquarelle von Emil Nolde besonders eindrucksvoll hervor. Die “Blauen Fohlen” von Franz Marc, Werke von Paula Modersohn- Becker, Oskar Kokoschka oder Max Pechstein, Feininger, Beckmann, Grosz, Dix oder Kirchner gehören zu den Highlights der Sammlung. Daneben Skulpturen und Plastiken wie Lehmbruck oder Kolbe. Im Sinne des Gründers Henri Nannen wird der Kunstgenuss zu einem Erlebnis der Sinne, indem der Besucher immer wieder mit ungewöhnlichen Zusammenstellungen konfrontiert wird. Der kunstgeschichtliche Kontext wird häufig durchbrochen durch andere Sichtweisen und Denkanstöße, indem die gleichen Motive auf völlig unterschiedliche Art miteinander präsentiert werden. Ein Besuch der Kunsthalle wird auf diese Weise zu einem ganz persönlichen Erlebnis, zu einer ganz individuellen Auseinandersetzung zwischen Expressionismus und Gegenwartskunst. Kunstrichtungen wie die “Brücke” oder die “Blauen Reiter” sind ebenso vertreten wie junge und ältere “Wilde”, z. B. Penck, Hödicke und Janssen. Neben der umfangreichen deutschen Kollektion werden internationale Werke präsentiert, zu denen u. A. die Spanier Tapis und Saura gehören. (Zur Kunsthalle Emden)


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