Stadtteil Emden-Barenburg


Der insgesamt etwa 2,5 Quadratkilometer große Stadtteil Emden-Barenburg wird -außer im Norden – größtenteils von Kanälen begrenzt. Bereits 1564 wurde “Barenborg” auf einer Karte von s’ Grooten erwähnt. Vermutlich bezeichnet der Name allerdings nicht den Standort einer echten Burg, sondern vielmehr den eines Steinhauses, in dem ein von den übrigen Einwohnern Baare gerufener Mann lebte.

Größere Bedeutung erlangte der Ort aber vorerst nicht, bis hier schließlich Ende des 18. Jahrhunderts ein Verbindungskanal zwischen Emden und Aurich eingerichtet wurde, das heutige Treckfahrtstief.

Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden in der Barenburger Karl-von-Müller-Kaserne zunächst polnische Besatzungstruppen und später aus Palästina zurückverschiffte Juden Obdach. In den 1950er Jahren wurden in dem Stadtteil große Wohnquartiere eingerichtet. Mit dem Zuzug von zahlreichen Geschäften, dem Bau von Krankenhaus und Grundschule und der Schaffung eines regelmäßigen Busverkehrs in Richtung Innenstadt konnte Barenburg schon 1953 eine gut eingerichtete Infrastruktur vorweisen.

Anfang der 1970er Jahre erlebte Barenburg eine regelrechte Bevölkerungsexplosion durch die Errichtung zahlreicher Hochhäuser, darunter auch die beiden so genannten Glaspaläste mit einer Höhe von jeweils 35 Metern. Die etwa zehn Jahre später einsetzende Abwanderung von Einwohnern insbesondere in die neu geschaffenen Einfamilienhaussiedlungen in Emden und Hinte konnte durch den enormen Zuzug von Aussiedlern und Asylbewerbern zumindest kurzfristig gestoppt werden. In den Folgejahren war die Bevölkerungszahl dann aber wieder stark rückläufig.

Seit 1999 ist die Stadt Emden bemüht, Barenburg im Rahmen des Programms “Soziale Stadt” attraktiver zu gestalten. Maßnahmen waren unter anderem verstärkte Sozialarbeit, Einrichtung eines Stadtteiltreffs im Kulturbunker, Abriss eines Glaspalastes und Umbau von Kasernenblocks in Wohnanlagen.

Heute hat Barenburg etwas mehr als 7.000 Einwohner und ist damit nach dem Stadtzentrum der zweitgrößte Stadtteil Emdens.


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