130 Tonnen Kampfmittel in Niedersachsen geborgen


Im vergangenen Jahr wurden in Niedersachsen bei mehr als 700 Einsätzen rund 130 Tonnen Kampfmittel aus der Zeit der beiden Weltkriege geborgen und entsorgt. Das geht aus dem jetzt vorliegenden Jahresbericht des Kampfmittelbeseitigungsdienstes des Landes Niedersachsen hervor. 2016 waren es rund 93 Tonnen bei knapp 1.000 Einsätzen.

Leicht gestiegen ist die Zahl der entdeckten Blindgänger, die nicht mehr transportfähig waren. Im vergangenen Jahr musste bei 271 Einsätzen alte Munition direkt vor Ort gesprengt werden. Verstärkt ist dabei auch die niedersächsische Nordsee, vor allem durch den Bau von Offshore-Windparks und dem Ausbau von Kabeltrassen, in den Fokus gerückt. So wurden hier 2017 rund zwei Tonnen Weltkriegsmunition entdeckt, darunter eine Ankertaumine, zwei Torpedoköpfe, zwei Brandbomben und verschiedenste Sprenggranaten.

Weiterhin auf hohem Niveau bewegen sich auch die auf Kampfmittelfreiheit überprüften Grundstücke im Rahmen von beabsichtigten Bauvorhaben. Knapp 2.800 Anträge wurden im vergangenen Jahr ausgewertet.

Alte Munition wird im Laufe der Zeit nicht ungefährlicher, im Gegenteil: Alterungsprozesse und Korrosionseinwirkungen erhöhen oft sogar die Gefahr einer plötzlichen Explosion. Gefunden wird Munition vielfach durch die Auswertung von Luftbildern oder auch zufällig, etwa bei Neu- oder Umbaumaßnahmen. Dabei sind immer wieder Kinder, Sammler und Schatzsucher gefährdet, aber auch das Personal aus Land- und Forstwirtschaft sowie von Tiefbau- und Metallrecyclingfirmen.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.