Arbeitslosenquote in Ostfriesland sinkt deutlich


„Der Arbeitsmarkt startet mit einem guten Ergebnis ins Frühjahr,“ stellt Melle Oltmanns, Geschäftsführer des Operativen Bereiches der Arbeitsagentur, bei der Bekanntgabe der aktuellen Zahlen für den Monat März fest. Während die Arbeitslosenquote im Land Niedersachsen um 0,3 Prozentpunkte von 7,7 Prozent auf 7,4 Prozent sank, konnte im hiesigen Agenturbezirk die Quote um einen ganzen Prozentpunkt verbessert werden.

Im März waren im Bezirk der Agentur für Arbeit in Emden, Norden, Aurich und Wittmund sowie auf den Inseln insgesamt 13.233 Personen arbeitslos gemeldet. Die Zahl der Arbeitslosen ist seit dem Vormonat um 1.392 Personen oder 9,5 Prozent gesunken. Ähnlich zeigt sich der Vergleich zum Vorjahresmonat; hier gab es 1.326 Arbeitslose weniger, was einem Rückgang um 9,1 Prozent entspricht. Die Arbeitslosenquote – berechnet auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen – sank im März von 10,0 Prozent auf aktuell 9,0 Prozent. Im Jahr 2010 hatte sie mit 10,0 Prozent um einen Prozentpunkt höher gelegen.

„Das anhaltend trockene Wetter hat bereits weit vor dem Ostergeschäft für Belebung im Hotel- und Gaststättengewerbe gesorgt,“ stellt Oltmanns fest. Auf den Inseln und im Bereich der Geschäftsstellen Wittmund und Norden gingen die Zahlen deutlich zurück. „Darüber hinaus konnte die Arbeit in den witterungsabhängigen Wirtschaftsbereichen und im Baugewerbe überwiegend wieder aufgenommen werden,“ sagt Oltmanns. Aber auch dynamische Branchen wie Erneuerbare Energien, der Kraftfahrzeugbereich und die Hafenwirtschaft hätten für Belebung auf dem Arbeitsmarkt gesorgt.

„Stellenmäßig arbeiten wir auf hohen Niveau“, erklärt Oltmanns. Von April 2010 bis März 2011 wurden dem Arbeitgeber-Service 11.535 Stellen gemeldet, darunter 10.241 Stellen für sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Davon sind derzeit noch im Bestand, also zu besetzen, 2.473 Stellen. Das sind 386 Stellen oder 18,5 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. „Zur Besetzung offener Stellen setzen wir bei der hohen Dynamik auf dem Arbeitsmarkt zurzeit stark auf die sogenannte Job-to-Job-Vermittlung,“ erläutert Oltmanns. „Mit diesem Instrument wollen wir gekündigten Arbeitnehmern helfen, möglichst noch vor Eintritt der Arbeitslosigkeit eine neue Beschäftigung zu finden.“ Damit könnten dem Arbeitsuchenden finanzielle Verluste erspart werden und Betriebe, die dringend Fachkräfte suchen, erhielten arbeitsmarktnahe Beschäftigte. Leider sei die passgenaue Vermittlung nicht immer möglich, deshalb rücke bei der Beratung der Arbeitgeber auch die präventive oder Alternativ-Beratung in den Vordergrund. „Wir suchen für ausgeschriebene Stellen nach Bewerbern aus verwandten Berufsbereichen und setzen uns mit den Betrieben zusammen, um erforderliche und vorhandene Kompetenzen abzugleichen. Dabei hoffen wir auf die Kompromissbereitschaft der Betriebe bei der Bewerberauswahl und die Bereitschaft, in das künftige Personal – wenn nötig – Zeit und Weiterbildung zu investieren.“ So könne zur Deckung des Fachkräftebedarfes beigetragen werden.

Im März kam die Entwicklung überproportional den Kunden zu Gute, die von der Agentur für Arbeit betreut werden. Die Zahl der Arbeitslosen nahm im Vergleich zum Vormonat um 1.264 oder 21,6 Prozent ab. Demgegenüber verringerte sich die Arbeitslosigkeit bei den von den Jobcentern in Emden, Norden, Aurich und Wittmund betreuten Arbeitslosen lediglich um 1,5 Prozent (126 Personen).

Gute Einstellungschancen hatten im vergangenen Monat und seit März 2010 besonders die unter 25-Jährigen (minus 265/-17,2 Prozent zum Vormonat – minus 309/-19,5 Prozent zum Vorjahr).


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