Arbeitslosigkeit in Emden und Ostfriesland steigt kräftig an


„Im Januar haben wir in Ostfriesland wieder die besonders stark ausgeprägten saisonalen Effekte zu spüren bekommen,“ erklärt Rudolf Sievers, Vorsitzender der Geschäftsführung in der Agentur für Arbeit Emden, bei der Bekanntgabe der ersten Arbeitsmarktdaten für das Jahr 2011. Sorge bereite ihm dieses Ergebnis nicht. Die Entwicklung sei jahreszeitlich üblich und für die stabile Entwicklung des Arbeitsmarktes spreche, dass der Abbau der Arbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich weiter anhalte.

Im Berichtsmonat waren im Agenturbezirk insgesamt 14.598 Personen auf der Suche nach Arbeit. Die Zahl der Arbeitslosen stieg seit dem Vormonat um 1.734 Personen oder 13,5 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es jedoch 665 Arbeitslose weniger, dies entspricht einem Rückgang um 4,4 Prozent. Die Arbeitslosenquote erreichte im Januar die 10,0 Prozent-Marke. Im Jahr 2010 hatte sie mit 10,4 Prozent darüber gelegen.

Als Grund für den starken Anstieg im Januar sieht Sievers weitere witterungsbedingte Entlassungen in den Außenberufen wie der Baubranche, in Gärtnereien und in der Landwirtschaft. „Im Auswertungszeitraum ist auf den Inseln und an der Küste außerdem das Tourismusgeschäft zu Ende gegangen. Zudem werden Kündigungen häufig zum Jahresende wirksam und nicht alle Betroffenen finden sofort zum 01. Januar eine neue Beschäftigung,“ erklärt Sievers

Im Gesamtbezirk der Agentur für Arbeit Emden mit den Geschäftsstellen Norden, Aurich und Wittmund sowie den Inseln standen dem Arbeitgeber-Service im Januar 2.055 freie Stellen für die Besetzung/Vermittlung zur Verfügung; 28,4 Prozent oder 455 Stellen mehr als im Jahr zuvor. „Nicht immer passen Stellenprofil und Bewerberprofil zusammen, deshalb setzen wir zur Deckung der Nachfrage auf die Qualifizierung von Arbeitslosen und von Beschäftigten,“ sagt Sievers. „Wir nutzen die vorhandenen Analyse-Tools, um Bedarfe frühzeitig zu erkennen und gemeinsam mit den Arbeitsmarktakteuren rechtzeitig die Weichen in die richtige Richtung zu stellen.“ Flankierend werde die Ausbildungskampagne „Ich bin gut“ auch in diesem Jahr fortgesetzt. „Wir wollen bei Arbeitgebern, Beschäftigten und Jugendlichen verdeutlichen, dass Ausbildung und Qualifizierung die besten Mittel sind, um Engpässe bei der Stellenbesetzung zu vermeiden und jungen Menschen berufliche Chancen zu eröffnen.“

Jugendlichen, die in diesem Jahr die Schule beenden und die noch keine Zusage für einen Ausbildungsplatz haben, rät Sievers, nicht aufzugeben. „Sie sollten die Berufsentscheidung überdenken und Alternativen überlegen. Damit die berufliche Zukunft nicht dem Zufall überlassen wird, sollte aber in jedem Fall ein Termin mit den Berufsberatern und Abi-Beratern vereinbart werden. „Wer sich schon entschieden hat, dem vermitteln wir die passende Ausbildungsstelle,“ sagt Sievers.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.