Ems-Lenkungsgruppe lehnt Damm in Dollartmündung ab


Die „Ems-Lenkungsgruppe” hat sich unter Vorsitz der Chefin der Niedersächsischen Staatskanzlei, Staatssekretärin Dr. Christine Hawighorst, in Hannover getroffen. Im Mittelpunkt der Gespräche standen Ansätze zur Lösung der ökologischen und ökonomischen Fragestellungen an der Ems. In der Lenkungsgruppe sind neben der Staatskanzlei die zuständigen Ministerien für Umwelt, Wirtschaft und Landwirtschaft, die Landkreise Emsland und Leer, die Meyer-Werft, die Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nordwest und die Umweltverbände BUND, NABU und WWF vertreten. Ziel ist es, neben der Idee eines Emskanals auch alternative Lösungen für die Region zu entwickeln und zu bewerten.

In der Besprechung am 8. Februar 2011 wurden folgende einstimmige Entscheidungen getroffen:

1. Die Vorstudie zur Machbarkeit des Emskanals hat gezeigt, dass dieser grundsätzlich technisch machbar wäre. Aufgrund der geschätzten Gesamtkosten von mindestens 780 Mio. Euro für den Abschnitt Papenburg – Leer bzw. von mindestens 1,1 Milliarden Euro für beide Abschnitte (Leer – Dörpen) werden die zahlreichen im Zusammenhang mit dem Emskanal stehenden Fragestellungen solange zurückgestellt bis Lösungsalternativen untersucht und bewertet worden sind.

2. Der Bau eines Damms in der Dollartmündung würde nach grober Schätzung circa drei Milliarden Euro an Kosten verursachen, nicht vor dem Jahr 2035 realisierbar und kaum mit dem gegenwärtigen Umweltrecht vereinbar sein. Er scheidet deshalb als Alternative zum Emskanal aus.

3. Die laufenden Untersuchungen zu den verbleibenden Lösungsansätzen (Dauerstau, Tidesteuerung durch das Emssperrwerk, Einbau einer Sohlschwelle, Schaffung von Flutraum in den Emsseitenbereichen, Sohlverflachung und Rückverlegung des Tidewehrs Herbrum) sollen zunächst abgeschlossen werden. Ein „hydromorphologisches Gutachten” soll dann Auskunft über die unterschiedlichen Wirkungen auf die Wasserstände, die Strömungen, den Salzgehalt und den Sedimenttransport geben und Aussagen über die Änderungen der Gewässergüte der Ems ermöglichen. Auf dieser Grundlage soll dann die beste Lösung gefunden werden. Dieses Gutachten soll noch im Herbst 2011 in Auftrag gegeben werden.

4. Die Lenkungsgruppe hat außerdem die Projekt-AG damit beauftragt, den jetzigen Stand der Informationen und Bewertungen im Projektbeirat und in der Region vorzustellen.


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