Kinderbetreuung – Stadt bittet Familien zur Kasse


Der Emder Rat hat beschlossen, die Krippenbeiträge für Normal- und Besserverdiener ab August 2018 deutlich anzuheben. Für die betroffenen Familien steigt der maximal zu zahlende Betrag somit von bisher 175 Euro für einen Ganztagsplatz auf zunächst 300, in den kommenden Jahren dann auf 450 Euro an. Familien mit einem sehr geringen Haushaltseinkommen sollen hingegen nur einen niedrigen Beitrag entrichten oder werden gar vollständig von der Zahlung befreit.

Dies wird dazu führen, dass die Familien insgesamt einen höheren Anteil bei der Finanzierung der Einrichtungen schultern müssen, die Stadt ihren jährlichen Zuschuss hingegen zurückfahren kann. Der mit den Stimmen der CDU, FDP und Grünen gefällte Beschluss soll weniger dazu dienen, dringend notwendige Investitionen in die Krippen zu tätigen oder eine personelle Aufstockung vorzunehmen. Vielmehr geht es den Politikern und der Stadtverwaltung, die diese Erhöhung zuvor vehement eingefordert hatte, eher darum, die durch den Wegfall eines Großteils der Gewerbesteuer entstandenen Löcher im Gesamthaushalt zu stopfen.

Bemerkenswert ist der Entschluss vor allem deshalb, weil er den Lippenbekenntnissen der Politik widerspricht, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie durch Schaffung von guten und günstigen Kinderbetreungsmöglichkeiten zu unterstützen. SPD und CDU waren in ihrem jüngst in Hannover ausgehandelten Koalitionsvertrag sogar noch weiter gegangen und hatten sich auf landesweit kostenlose Kindergartenplätze geeinigt. Krippen sind davon allerdings ausgenommen.


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