Mehrweg-to-go für Ostfriesland


Praktisch ist er schon, der Coffee-to-go Becher für unterwegs. Doch der Müllberg, der durch den Genuss entsteht, ist enorm: Jährlich kommen in Deutschland rund drei Milliarden Einwegbecher auf den Markt und müssen entsorgt werden. Dem möchten die Städte Emden, Leer, Aurich und Norden, die Hochschule Emden/Leer und die Kaffeerösterei Baum jetzt gemeinsam entgegenwirken: Sie wollen Betriebe aus ganz Ostfriesland dazu aufrufen, auf ein Kaffeebecher-Pfandsystem umzusteigen.

Ob an Land oder in den Meeren: Plastikmüll stellt ein immenses Problem für die Umwelt dar. Europaweit fallen jährlich rund 26 Millionen Tonnen Plastikmüll an. Die EU hat das Thema aktuell ebenfalls auf der Agenda und erwägt ein Verbot von Plastikgeschirr sowie eine Plastikmüllsteuer. Und auch für die Region Ostfriesland soll nun ein neuer Schritt getan werden, wie die Initiatoren am Dienstag während eines Pressegesprächs erklärten. Sie haben eine Allianz in und für Ostfriesland gebildet, die in kürzester Zeit ein Ressourcen- und Klimaschutzprojekt auf den Weg gebracht hat.

Geplant ist, einen Mehrwegbecher zu gestalten, auf dem typische Wahrzeichen der beteiligten Partner abgebildet sind, etwa die Waage in Leer, das Emder Hafentor oder die Mensa der Hochschule. Er ist gegen ein Pfandgeld von einem Euro erhältlich und kann in allen Betrieben, die beim Pfandsystem mitmachen, nach Gebrauch wieder abgegeben werden. Eine Abstimmung unter interessierten Firmen hatte ergeben, dass das System des Anbieters Recup favorisiert wird. Der Becher kann rund 500 Mal benutzt werden, bevor er entsorgt werden muss.

Einige Akteure haben bereits signalisiert, sich an dem System beteiligen zu wollen: Das Studentenwerk Oldenburg (Betreiber der Hochschulmensa in Emden), das Volkswagen Werk Emden, die Kaffeerösterei Baum, das Klinikum Leer, die Bäckereien Sikken und Buchholz, die Kaffeerösterei Hafen 5 in Aurich sowie die AG Ems und das Café Einstein in Emden. „Je mehr Partner mitmachen, desto besser“, so Anna Gerritzen, Koordinatorin für Nachhaltigkeit und Gesellschaftliche Verantwortung an der Hochschule Emden/Leer.

Damit sich das System erfolgreich etabliert, bedarf es weiterer engagierter Akteure. Interessierte Firmen, Schulen und andere Institutionen, die sich am Pfandsystem beteiligen möchten, können sich an Anna Gerritzen (anna.gerritzen@hs-emden-leer.de, Telefon 04921/8071052), Karsten Everth (karsten.everth@leer.de, Telefon 0491/9782181), Jann Gerdes (jann.gerdes@emden.de, Telefon 04921/871505) oder Peter Kant (peter.kant@norden.de; Telefon 04931/923315) wenden.

(Bild: Heiko Schmelzle, Bürgermeister der Stadt Norden, Anna Gerritzen, Koordinatorin für Nachhaltigkeit und Gesellschaftliche Verantwortung an der Hochschule Emden/Leer, Jann Gerdes, Klimaschutzmanager der Stadt Emden, Vanessa Zarembowicz, Kaffeerösterei Baum Leer, Hochschulpräsident Prof. Dr. Gerhard Kreutz, Karsten Everth, Klimaschutzmanager der Stadt Leer, Beatrix Kuhl, Bürgermeisterin der Stadt Leer, Hardwig Kuiper, Erster Stadtrat der Stadt Aurich und Bernd Bornemann, Oberbürgermeister der Stadt Emden)


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