Neue Ausstellung in der Kunsthalle


Seit gestern präsentiert die Kunsthalle einen zeitgenössischen Künstler, der zu den der bekanntesten Bildhauern Deutschlands zählt: Stephan Balkenhol, Jahrgang 1957. In mehr als drei Jahrzehnten sind seine aus Holz gehauenen und farbig bemalten Figuren zu seinem Markenzeichen geworden:

Vor allem der Mann mit weißem Hemd und schwarzer Hose. Seine Außenskulpturen in vielen Städten wurden zu Wahrzeichen, wie der »Mann am Hals einer Giraffe« am Eingang zum Tierpark Hagenbeck in Hamburg. Sein OEuvre umfasst neben Menschen und Tieren aus Holz und Bronze ebenso Reliefs und Wandschirme sowie Papierarbeiten in sämtlichen grafischen Techniken wie auch Zeichnungen. Ein neues Werk steht nicht weit von Emden, auf der anderen Seite der Grenze: Ende April wurde im niederländischen Sneek Balkenhols „Brunnen von Fortuna“ enthüllt als Teil des Projektes „11 Fountains“ im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres 2018 in Leeuwaarden.

Im Mittelpunkt von Balkenhols Schaffen steht der Mensch. Die dargestellten Männer und Frauen blicken mit lakonischer Miene ins Leere und bleiben in ihrer dargestellten Alltäglichkeit anonym und rätselhaft: »Meine Skulpturen erzählen keine Geschichten. In ihnen versteckt sich etwas Geheimnisvolles. Es ist nicht meine Aufgabe, es zu enthüllen, sondern die des Zuschauers, es zu entdecken.«, so der Künstler.

Stephan Balkenhol war bereits mit einzelnen Werken in Themenausstellungen der Kunsthalle Emden vertreten. Die ihm nun allein gewidmete Schau umfasst etwa 40 Arbeiten aus Holz, ergänzt durch etliche Papierarbeiten. Das Spektrum erlaubt einen Überblick über Balkenhols jüngstes Schaffen und über seine Arbeitsweise.

Wie in jedem Sommer wird parallel auch eine umfangreiche Auswahl aus dem Bestand der Kunsthalle zu sehen sein. Dr. Stefan Borchardt, Direktor der Kunsthalle, hat sie in diesem Jahr als eigene Ausstellung unter dem Titel „Auferstehungen“ konzipiert. Dieses Thema erschließt sich mit Blick auf den Kalender: das Ende des Ersten Weltkriegs 1918 jährt sich im November zum einhundertsten Mal. Die Konfrontation mit der brutalen Wirklichkeit des Krieges hatte auch die Künstler vieler Illusionen beraubt. Nun hieß es, sich neu zu besinnen und zu orientieren. Die Ausstellung thematisiert, wie Künstlerinnen und Künstler sich aus ihrer ganz persönlichen Erfahrung heraus mit den gesellschaftlichen Verwerfungen dieser Zeit auseinandersetzten: von der Verarbeitung von Traumata und Versehrtheit über die Flucht in Natur und Privatleben bis zur Entwicklung neuer Utopien. Zu sehen sind Werke der Klassischen Moderne vorwiegend aus der Sammlung der Kunsthalle.