Niedersachsen: 9.602 Schusswaffen abgegeben


Die Änderung des Waffengesetzes hat Waffenbesitzerinnen und Waffenbesitzern zwischen Juli 2017 bis Juli 2018 die Möglichkeit gegeben, illegale Waffen bei den Waffenbehörden oder Polizeidienststellen Niedersachsens straffrei abzugeben.

Zum Ende des Amnestiezeitraums wurden insgesamt 9.602 Schusswaffen abgegeben. Davon befanden sich 1.908 Schusswaffen, also immerhin 20 Prozent, in illegalem Besitz. „Verglichen mit dem Abgabeverhalten im ersten Halbjahr der Amnestie hat sich im zweiten Halbjahr die Anzahl der abgegebenen illegalen Schusswaffen damit mehr als verdreifacht”, so Niedersachsens Landespolizeidirektor Knut Lindenau. Im Bereich der legalen Schusswaffen verdoppelte sich die Anzahl der abgegebenen Waffen. „Ein Grund für den Anstieg könnte die mediale Präsenz nach der Halbzeitbilanz sowie kurz vor Ablauf der Amnestie sein”, so Lindenau. „Dadurch wurden viele Waffenbesitzer nochmals auf die Möglichkeit aufmerksam, illegale Waffen und Munition straffrei abgeben zu können.”

Durch die Gesetzesänderung sollte den Besitzern unerlaubter Waffen ein Anreiz gegeben werden, einen Weg aus der Illegalität zu finden. „Es ist natürlich im Interesse der Allgemeinheit, die Zahl der im Umlauf befindlichen Waffen und Munition zu reduzieren”, so Landespolizeidirektor Lindenau. Neben 9.602 Schusswaffen wurden 898 sonstige Waffen (zum Beispiel Hieb- und Stichwaffen) abgegeben, davon waren 152 in illegalem Besitz. Außerdem wurden rund 210.000 Stück Munition sowie etwa 1.100 Kilogramm ungezählte Munition verschiedenen Kalibers abgegeben. „Alles wird jetzt ordnungsgemäß vernichtet und kann nicht in falsche Hände geraten. Jede einzelne abgegebene Waffe und Munition ist ein Mehr an Sicherheit. Die aktuelle Waffenamnestie können wir daher durchaus als Erfolg sehen”, so Lindenau.

Auch einen Vergleich zur letzten Amnestie im Jahr 2009 und einer ihr vorhergehenden Landesinitiative muss die diesjährige Bilanz nicht scheuen. Von den damals in Niedersachsen insgesamt abgegebenen Waffen (ca. 26.600) waren 3.351 in illegalem Besitz, dies entspricht etwa 13 Prozent. Die damalige Initiative stand im Lichte des Amoklaufes von Winnenden. Vor allem bei den legalen Waffenbesitzern lag die Motivation der Abgabe in einer möglichen Überprüfung der sicheren Aufbewahrung der Waffe und der damit verbundenen Anschaffung eines geeigneten Tresors.

Mit dem Ende des Amnestiezeitraums endet die Möglichkeit zur freiwilligen Abgabe von Waffen und Munition nicht. Die Polizei nimmt auch weiterhin Waffen und Munition zur Vernichtung an – nach Ablauf der Amnestieregelung straffrei allerdings nur für die Besitzer legaler Waffen.