Niedersachsen: Leiharbeiter verdienen 43% weniger


Leiharbeiter in Niedersachsen verdienen deutlich weniger als übrige Vollzeitbeschäftigte. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) basierend auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Danach liegt der mittlere Bruttolohn bei vollzeitbeschäftigten Leiharbeitern ohne Berufsausbildung bei 1.233 Euro pro Monat und damit 43 Prozent niedriger als bei vergleichbaren Beschäftigten.

Aber auch mit Berufsausbildung verdienen Leiharbeiter mit durchschnittlich rund 1.620 Euro noch brutto 40 Prozent weniger als entsprechende Vollzeitbeschäftigte. Und selbst mit Fach- und Hochschulabschluss liegt der Bruttoverdienst in der Leiharbeit mit 3.247 Euro um 28 Prozent unter dem der vergleichbaren Gruppe von Vollzeitbeschäftigten.

DGB-Landesvorsitzender Hartmut Tölle sagte: “Seit Monaten weisen wir die Politik darauf hin, dass Leiharbeit auch in Niedersachsen für Lohndumping missbraucht wird. Nichts geschieht, das ist ein Skandal. Wir fordern die niedersächsische Landesregierung auf, sich auf Bundesebene endlich für faire Bedingungen in der Leiharbeit einzusetzen.” Tölle wies darauf hin, dass jeder achte Leiharbeiter so wenig verdiene, dass er ergänzend Hartz IV beziehen müsse: “Die Subvention von Lohndumping aus Steuermitteln ist ein Unding. Dieser Missbrauch muss ein Ende haben.” Mit dem Eintreten der europaweiten Arbeitnehmerfreizügigkeit zum 1. Mai bestehe außerdem die Gefahr, dass Lohndumping weiter zunimmt, da Leiharbeit dann grenzüberschreitend möglich ist. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert deshalb gleichen Lohn für gleiche Arbeit in der Leiharbeit ab dem ersten Tag der Beschäftigung.


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