Niedersachsen: Ordentliche Wirtschaftszahlen bei wachsender Bevölkerung


Die Präsidentin des Landesamtes für Statistik, Simone Lehmann, hat den Niedersachsen-Monitor 2018 vorgestellt. Die Publikation zeigt die aktuelle und mittelfristige Entwicklung Niedersachsens im Vergleich zu den Ländern und zum Bund in zehn Themenfeldern. Einige Kernindikatoren werden darüber hinaus im EU-Vergleich betrachtet. Die zugrundeliegenden Daten beziehen sich überwiegend auf das Jahr 2017.

Die Ergebnisse im Einzelnen:

Bevölkerungsentwicklung:
Die Bevölkerung wuchs 2017 das sechste Jahr in Folge. Ende des Jahres lebten rund 7,96 Millionen Menschen in Niedersachsen, ein Plus von gut 17.000 Personen. Grund für diesen Zuwachs waren Wanderungsgewinne, die das Geburtendefizit von knapp 20.700 Personen mehr als ausglichen. Niedersachsen nähert sich weiter der 8-Millionen-Grenze, die erstmals 2004 in Niedersachsen kurzfristig überschritten wurde.

Wirtschaft und Arbeitsmarkt:
Die Wirtschaft Niedersachsens wuchs im Jahr 2017 gemessen am Bruttoinlandsprodukt um 2,5% (preisbereinigt) und damit stärker als im Bundesdurchschnitt (+2,2%).
Die Zahl der Erwerbstätigen, die in Niedersachsen arbeiteten, erreichte 4,07 Millionen (+1,4%). Die Wachstumsrate lag leicht unter dem Bundesdurchschnitt. Die Arbeitslosenquote fiel um 0,2 Prozentpunkte auf 5,8% (Deutschland: 5,7%).

Soziales, Bildung und Wissenschaft:
Die Armutsgefährdungsquote lag in Niedersachsen bei 15,8% und damit 0,2 Prozentpunkte unter dem Niveau des Vorjahres (Deutschland: ebenfalls 15,8%). In Niedersachsen galten damit rund 1,24 Millionen Menschen als armutsgefährdet. Die Zahl der Menschen in Haushalten, die 2017 Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld erhielten, erhöhte sich um 0,9% auf knapp 608.000 Personen (Deutschland: -0,8%).
2017 sank die Quote der frühen Schulabgängerinnen und Schulabgänger im Alter von 18 bis unter 25 Jahren gegenüber dem Vorjahr um 0,8 Prozentpunkte auf 11,3%, jeder neunte junge Mensch gehörte also zu dieser Gruppe. Die Studienberechtigtenquote, die sowohl das Abitur als auch die Fachhochschulreife und andere Abschlüsse berücksichtigt, lag 2016 mit 53,2% leicht über dem Bundesdurchschnitt.
Für Forschung und Entwicklung wurden 2016 in Niedersachsen insgesamt rund 9,2 Milliarden Euro aufgewendet. Der Anteil der Ausgaben für am Bruttoinlandsprodukt lag mit 3,3% über dem bundesweiten Durchschnitt (2,9%).

Öffentliche Finanzen:
Der Staat profitierte auch 2017 von steigenden Steuereinnahmen, wobei Niedersachsen sich mit einem Plus von 2,2% im Vergleich zum Vorjahr erheblich unter dem Durchschnitt aller Länder befand (+4,6%). Gleichzeitig stiegen in Niedersachsen die Ausgaben von Land, Kommunen und Sozialversicherungen, allerdings moderat um 1,7% (Deutschland: +3,1%). Es ergab sich ein Finanzierungsüberschuss von 2.145 Millionen Euro, entsprechend 269 Euro pro Kopf.

Umwelt:
Die erneuerbaren Energien haben in Niedersachsen weiter an Bedeutung gewonnen. Der Anteil erneuerbarer Energien am Primärenergieverbrauch erhöhte sich 2015 gegenüber dem Vorjahr auf 16,8% (Deutschland: 12,4%). Der Anteil der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien stieg 2015 auf 40,1% (Deutschland: 29,1%); 4 von 10 Kilowattstunden kamen in Niedersachsen aus erneuerbaren Energien.