Norderney: Schwerer Buhnenschaden wird behoben


Sommer auf den ostfriesischen Inseln – das bedeutet neben Sonnenbad und Strandvergnügen immer wieder auch umfassende Arbeiten im Bereich der Küstenschutzanlagen: Dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), der für den Küstenschutz auf den Inseln zuständig ist, steht witterungsbedingt nur ein begrenztes Zeitfenster zur Verfügung, um den Küstenschutz für die nächste Sturmflutsaison „fit” zu machen.

Am Norderneyer Nordstrand werden voraussichtlich Anfang August wieder Bagger und Arbeitsschiffe anrücken, um einen schweren Schaden an der Buhne „E1″ im Bereich der Georgshöhe umfassend zu sanieren. Der Landesbetrieb wirbt um Verständnis bei Urlaubern und Insulanern.

Der Grund: bei der Schau der Küstenschutzanlagen im Frühjahr waren Schäden der 200 Meter langen Buhne durch den NLWKN erstmals festgestellt worden. Im Laufe des Frühjahrs erfolgten bei günstigen Wetterlagen mit geringem Seegang und Niedrigwasser weitere Untersuchungen durch Seevermessung mit Peilschiffen und örtliche Sondierungen. Diese ergaben, dass am seewärtigen Buhnenflanken und am Buhnenkopf deutliche Schäden und Unterspülungen vorhanden sind. „Es besteht unmittelbarer Handlungsbedarf” erläutert Prof. Frank Thorenz, Leiter der zuständigen NLWKN-Betriebsstelle Norden-Norderney. Ohne eine sofortige Instandsetzung würden sich die Schäden durch Seegang und Strömungen schnell ausweiten und die Grundsubstanz der Buhne und damit ihre Funktion gefährden.

„Die Buhnen am Westkopf von Norderney sind wichtige Elemente des Küstenschutzes. Sie halten uferparallele Strömungen vom Deckwerk fern und reduzieren den Sandabtrag am Strand” erklärt Thorenz. Die Buhne E1 liegt in einem besonders stark durch Strömungen und Wellen beanspruchten Abschnitt, weshalb ihre Instandsetzung vor der kommenden Sturmflutsaison dringlich ist. Hierfür werden unter anderem knapp 1.800 Tonnen Wasserbausteine auf dem Seeweg nach Norderney bewegt: „Die Zeit drängt, denn eine Instandsetzung ist ausschließlich im Sommerhalbjahr und bei ruhiger See möglich, da ein Großteil der Arbeiten mit den Arbeitsschiffen an der Seeseite und vor Kopf der Buhne ausgeführt werden müssen”, betont Thorenz.

Und auch die Tide stellt die Bagger- und Abbrucharbeiten, das Löschen, Transportieren und Einbauen von Wasserbausteinen sowie den Verguss der Steine mit Spezialbeton vor besondere Herausforderungen: „Für die Instandsetzungsarbeiten steht auch bei guter Witterung nur ein enges und sich täglich veränderndes Zeitfenster bei Niedrigwasser von rund 4 bis 5 Stunden zur Verfügung”, so Thorenz. Dieses ist wasserbautechnisch eine große Herausforderung und kann nur von erfahrenen Spezialfirmen ausgeführt werden. So ist neben intensiver Planung gegebenenfalls auch ein Arbeiten in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden notwendig, heißt es beim NLWKN. „Wir versuchen, lärmintensive Arbeiten in diesen Zeiten nach Möglichkeit zu vermeiden”, betont der Betriebsstellenleiter.

Beginnen sollen die Arbeiten Anfang August mit dem Beseitigen der abgebrochenen Buhnenteile. Nach Herstellung des Verlegplanums unter Wasser ist der Aufbau eines Kolkschutzes an den Flanken und im Kopfbereich der Buhne durch großformatige Sinkstücke vorgesehen. „Das hierbei zum Einsatz kommende Geotextilgewebe wird dann vor allem von See aus mit Wasserbausteinen unterschiedlicher Größe beschwert werden”, beschreibt der zuständige Projektleiter Theo van Hoorn den weiteren Bauverlauf. Abschließend erfolgt ein teilweiser Verguss der verbauten Steine mit Spezialmörtel. Die Arbeiten, bei denen neben Schiffen auch Hydraulikbagger und Radlader zum Einsatz kommen, finden größtenteils im Buhnenfeld vor der Strandpromenade statt. „Wir rechnen deshalb nur mit geringfügigen Einschränkungen für die Promenadenbesucher”, so van Hoorn. Mitte September soll die Maßnahme rechtzeitig vor Beginn der Sturmflutsaison abgeschlossen sein.

Die Kosten der Baumaßnahme betragen ca. 900.000 Euro, die über die Bund-Länder Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutz finanziert werden.