Ostfriesische Binnengewässer versalzen


Sportboote auf sandigem Elbe-Grund, ausgetrocknete ostfriesische Kleingewässer und angespannte Sauerstoffsituationen im Tidebereich von Hunte, Ems und Weser: In weiten Teilen Niedersachsens hat die anhaltende Trockenheit inzwischen teils deutlich sichtbare Spuren hinterlassen.

„Wir bewegen uns derzeit in Sphären, die durchaus den vielbemühten Ausdruck des Jahrhundertereignisses rechtfertigen, wenngleich noch nicht an jedem Flussabschnitt entsprechende Niedrigstwasserstände erreicht sind “, betont Olaf Hansen, Aufgabenbereichsleiter Oberirdische Gewässer beim NLWKN in Norden. Hauptgrund für die aktuelle Entwicklung: das bereits seit rund vier Monaten anhaltende Ausbleiben von signifikanten Regenfällen. „Insbesondere im südlichen, östlichen und nördlichen Niedersachsen zählen die an NLWKN-Stationen gemessenen Niederschläge zu den niedrigsten erfassten Werten seit Mitte des 20. Jahrhunderts“, fasst Hansen zusammen.

In Ostfriesland, wo es in den vergangenen Wochen bereits etwa im Bereich des Krummen und des Bagbander Tiefs zu vollständig trockenfallenden Gewässeroberläufen gekommen ist, rückt bei den Fachleuten des NLWKN neben der angespannten Sauerstoffsituation zunehmend auch eine teilweise erhebliche Versalzung der Binnengewässer in Küsten- und Emsnähe in den Fokus. „Durch Schleusen und Sielbauwerke, aber auch durch das Grundwasser dringt das salzhaltige Wasser teilweise recht weit ins Binnenland vor“, erklärt Anke Joritz vom NLWKN in Aurich. Die dortige Betriebsstelle wertet die Auswirkungen der Wetterlage auf das Oberflächenwasser derzeit umfassend aus.