Runder Tisch zum Thema Außenems


Zu einem Runden Tisch zur Anpassung der Außenems haben heute Umweltminister Lies und Wirtschaftsminister Althusmann die lokalen Akteure an der Ems nach Hannover eingeladen.

Themen waren der weitere Ablauf der Außenemsanpassung, das Sedimentmanagement und die wirtschaftliche Bedeutung des Hafens für Schiffswirtschaft und Umweltschutz. Die Anpassung der Außenems wird unter Berücksichtigung der Maßnahmen des Masterplan Ems erfolgen.

Zuvor hatte die Landesregierung mit der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung ein gemeinsames Vorgehen verabredet und ergänzende notwendige Schritte festgelegt. „Der Fahrplan für die Anpassung der Außenems steht. Mit einer ökologischen Strategie zum Sedimentmanagement wollen wir eine neue Richtung einschlagen und setzen dabei auf innovative Modelle”, sagte Umweltminister Lies. „Durch diesen Paradigmenwechsel können wir die Außenems vertiefen und dabei die natürliche Dynamik des Systems stärker berücksichtigen. Das ist ein Meilenstein und eine wichtige Weiterentwicklung im Rahmen des Masterplan Ems und dem niederländischen Programm Eems-Dollard 2050.”

Wirtschaftsminister Althusmann betonte: „Der gestiegene Einsatz größerer Schiffe und das Wachstum des globalen Waren- und Güterverkehrs machen eine Anpassung der Fahrrinne der Außenems aus wirtschaftlicher Sicht unerlässlich. Damit Großschiffe auch in Zukunft die Ems passieren und den Emder Hafen anlaufen können, muss dessen Erreichbarkeit dringend verbessert werden. Die Fahrrinnenanpassung der Seeschifffahrtsstraße Ems sichert den laufenden und den zukünftigen Hafenumschlag am Standort Emden. Dass dies möglichst schnell geschieht, ist entscheidend für die Entwicklung des Emder Hafens und die gesamte Emsregion.”

Gemeinsam mit den Niederlanden wurde von Niedersachsen die Erarbeitung einer ökologischen Strategie zum Sedimentmanagement vereinbart. Das Ems-Ästuar ist gekennzeichnet durch einen hohen landwärtigen Transport von Sedimenten und insbesondere die Unterems ist bislang durch einen hohen Schwebstoffgehalt belastet. Dieser Mechanismus führte auch dazu, dass die Außenems kontinuierlich ausgebaggert werden muss, um die seewärtige Erreichbarkeit des Emder Hafens weiter sicherstellen zu können. Künftig soll der Transport von Sedimenten stromaufwärts nicht mehr als Belastung, sondern als Chance begriffen werden. Die Sedimente sollen sich dort ablagern, wo im Ökosystem ein Bedarf ist. Dabei sollen auch natürliche Transportmechanismen genutzt werden.

„Während wir uns früher immer die Frage gestellt haben, wie werde ich die ausgebaggerten Sedimente los, stellen wir jetzt die Frage, wo im System besteht ein Bedarf an Sedimenten? Das ist eine echte Neuausrichtung, von der alle Seiten profitieren”, so Umweltminister Lies. “Durch den prognostizierten Meeresspiegelanstieg und das notwendige Mitwachsen der Watten und Vorländer wird das natürliche Material ein wertvoller Rohstoff. Wir müssen auch bedenken, dass bei dem steigenden Meeresspiegel das Land hinter den Deichen nicht mitwächst. Auch hier besteht potenziell Bedarf, Sedimente auszubringen.” Mit der neuen ökologischen Strategie zum Sedimentmanagement könne der Lebensraum für Flora und Fauna des Ems-Ästuars gestärkt und gleichzeitig die wirtschaftliche Entwicklung der Region gesichert werden. Althusmann: „Von einem gut erreichbaren Emder Hafen profitiert die gesamte maritime Wirtschaft in Niedersachsen.”