Trotz hervorragender Saison: Sorgen in der Tourismusbranche


Die Tourismusbranche blickt zufrieden auf die Saison zurück. Das anhaltend schöne Wetter habe bis in den Herbst hinein vermehrt auch Tagesgäste und Spontanurlauber angelockt.

Das stellten die Mitglieder des Ausschusses für Tourismus, Hotel- und Gaststättengewerbe der IHK für Ostfriesland und Papenburg bei ihrer Sitzung im Auricher Hotel Am Schloss fest.

Sorgen bereitete der Branche dabei weiterhin die Suche nach Auszubildenden und Arbeitskräften im Hotel- und Gaststättengewerbe. „Es ist mittlerweile nicht mehr nur schwierig, geeignete Fachkräfte und Auszubildende zu finden. Die Problematik hat sich inzwischen auch auf nicht ausgebildete Arbeitskräfte ausgeweitet“, berichtete Ausschussvorsitzender Stefan Fröhlich. Die Unternehmer versuchen mit unterschiedlichen Mitteln, die Attraktivität der Branche als Arbeitgeber zu steigern. Dabei fehle es ihnen aber an Unterstützung und Wertschätzung für ihre Arbeit – sowohl von der Öffentlichkeit als auch von der Politik, bemängelten die Ausschussmitglieder.
Und auch das Anwerben ausländischer Arbeitskräfte gestalte sich aufgrund rechtlicher Hürden oftmals schwierig. „Bei der Anerkennung von Ausbildungen und weiteren rechtlichen Voraussetzungen wie der Vorrangprüfung muss Deutschland besser werden. Es kann nicht sein, dass Restaurants geschlossen bleiben oder weniger Tische bereitstellen, weil Personal fehlt. Ohne gastronomische Angebote bleiben auch die Gäste fern“, schilderte Johannes Pabst (Juist) die Problematik.

Anlass zur Sorge gaben auch die vermehrten Paraffinanspülungen an der Nordseeküste. Ende Oktober wurden erneut größere Mengen des wachsähnlichen Materials an den ostfriesischen Küsten und in Cuxhaven angespült. Da reines Paraffin nicht giftig ist, dürfen Schiffe ihre Tanks außerhalb der 12-Meilen-Zone spülen. Doch die Küstenorte bleiben immer wieder auf den Reinigungskosten für ihre Strände sitzen. Denn selbst wenn der Verursacher der Verschmutzung festgestellt wird, bedeutet das für ihn keine rechtlichen Konsequenzen. Der Tourismusausschuss will sich daher dafür einsetzen, das Waschen der Tanks auf der Nordsee grundsätzlich zu verbieten.