Überraschung beim Gewässer-Check in Emden


Die übermäßige Verwendung von Gülle auf den Feldern kann dazu führen, dass neben dem Grundwasser auch die Qualität von Seen, Flüssen und Meeren durch Nitrat und Phosphat beeinträchtigt wird.

Um die Bevölkerung auf diese Problematik aufmerksam zu machen, tourt Greenpeace derzeit durch Deutschland und testet in 22 Städten Oberflächengewässer auf Nitrat, Phosphat sowie multiresistente Keime.

Nun kamen zwei Greenpeace-Aktivisten nach Emden, um auch hier das Wasser zu testen. Proben wurden an der Paddel- und Pedalstation am Großen Meer sowie am Petkumer Hafen entnommen und jeweils direkt vor Ort mit einem Photometer getestet. Die Untersuchungsergebnisse lagen alle unter den Zielwerten, das heißt zum Zeitpunkt der Probenahme war der Nährstoffgehalt nicht besonders hoch.

Die Untersuchung auf multiresistente Keime konnte nicht vor Ort erfolgen, da es für eine solche Untersuchung keinen Schnelltest gibt. Die Keimproben wurden per Post ins Labor geschickt und werden dort untersucht.

Außerdem wurde eine „Greenpeace-Messstation“ im Stadtgarten eröffnet.

21 interessierte Bürger brachten Wasserproben aus umliegenden Gewässern (darunter Uphuser Meer, Greetsieler Hafen, Pilsumer Tief, Knockster Tief, Kurzes Tief) mit und ließen diese auf ihren Nitratgehalt überprüfen. Gespannt warteten sie die 15 Minuten ab, bis die Nitratbelastung ihrer Wasserprobe ermittelt werden konnte und ihnen das Testergebnis von den Greenpeace-Aktivisten erklärt wurde. Alle Wasserproben wiesen keine besorgniserregenden Nitratwerte auf, was manche Bürger etwas überraschte.

Die unerwartet guten Messergebnisse können laut Greepeace womöglich mit dem Messzeitpunkt zusammenhängen, denn in den letzten Monaten war es durchgehend trocken. Soweit Gülle ausgebracht worden ist, konnte der Nitratstickstoff nicht wie bei häufigeren Regenfällen ins Grundwasser sickern und über die Schlote in die Tiefs und die anderen Gewässer gelangen.