Wasserpreisvergleich in Niedersachsen: Emden im Mittelfeld


Die Landeskartellbehörde Niedersachsen hat heute den Trinkwasserpreisvergleich 2010 vorgelegt. Dazu Wirtschaftsminister Jörg Bode: „Unterm Strich bleibt es dabei: die Niedersachsen bezahlen mit im Schnitt 1,53 € pro m³ im Bundesvergleich (etwa 2,05 €) weiterhin sehr günstige Preise.”

Im Vergleich zur Trinkwasserpreisuntersuchung des Jahres 2006 (durchschnittlich 1,62 € pro m³) seien die Preise sogar noch gesunken. Dabei gibt es in Niedersachsen aber durchaus große regionale Unterschiede. Bezogen auf einen durchschnittlichen Jahresverbrauch eines Einfamilienhauses von etwa 150 m³, gibt es Differenzen von bis zu 380 €. Während eine Familie im emsländischen Werlte für 150 m³ Trinkwasser beispielsweise nur 87 € bezahlt, sind im südniedersächsischen Dransfeld für dieselbe Menge Trinkwasser 468 € fällig. Die Stadtwerke Emden (SWE) berechnen 206,58 € und landen im Mittelfeld. Je höher allerdings der Wasserverbrauch, desto schlechter die Platzierung der SWE.

Die Landeskartellbehörde kündigte an, im Rahmen ihrer nachträglichen Missbrauchsaufsicht zu überprüfen, ob einzelne Wasserpreise missbräuchlich überhöht sind. Dabei wird sie den betroffenen Wasserversorgungsunternehmen Gelegenheit geben, Rechtfertigungsgründe zu nennen. So können die Preise in dünn besiedelten Gebieten oder etwa in Gegenden, in denen es auf Grund der Topographie aufwändiger ist, das Leitungsnetz zu betreiben, durchaus zu Recht teurer sein, als auf dem flachen Land. Bode: „Wir werden uns die Fälle sehr genau anschauen.” Anders als bei Strom oder Gas können Kunden nicht zwischen verschiedenen Anbietern wählen, sondern sind auf den örtlichen Monopolisten angewiesen. Die Untersuchung der Landeskartellbehörde bezieht alle Wasserversorgungsunternehmen ein, die privatrechtliche Entgelte erheben. Die Gebühren erhebenden Wasserversorger unterliegen der Kommunalaufsicht und werden kartellbehördlich nicht überwacht.

Die Untersuchung der Landeskartellbehörde erfasst 85 % der niedersächsischen Bevölkerung sowie 93 % der abgesetzten Trinkwassermenge. Insgesamt wurden von 260 Wasserversorgungsunternehmen, deren Versorgungsgebiete sich ausschließlich in Niedersachsen befinden, die Entgelte abgefragt. Der letzte Wasserpreisvergleich wurde 2006 durchgeführt.


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